Mittwoch, 9. September 2009

Sind jetzt alle Weinsnobs?

Die Weinbloggerszene diskutiert gerade über einen Artikel des ehemaligen Sommelier-Weltmeisters Markus del Monego MW in der Onlineausgabe der Fit for Fun.

In diesem Artikel gibt Tipps wie man beim Weinkauf im Supermarkt den richtige Wein aussucht und welcher Wein zu welchem Essen passt.

Damit hat er natürlich gleich mehrere rote Tücher für die Weinszene aufgespannt, auf die nun fleissig eingerannt wird. Kritische Beiträge finden sich beispielsweise von Eckard Supp auf Enoworldwine mit "Welmeisterlich daneben" sowie von Michael W. Pleitgen auf Weinakademi-Berlin mit "Sind jetzt alle Aldi?".

Wenn man den Artikel von del Monego betrachtet, muß man als erstes zwei Fragen stellen. Erstens: Wer ist das Zielpublikum? Zweitens: Was will der Artikel erreichen?

Das Zielpublikum ist - das gibt bereits die Publikation in der Artikel erscheint vor - der ganz normale Verbraucher und nicht diejenigen die sich intensiv mit Wein beschäftigen. Es sind diejenigen, die einen ordentlichen Essensbegleiter suchen und nicht das "Erlebnis Degustation".

Der Artikel will offensichtlich erreichen den Normalverbraucher in seiner Lebenswelt praktische Hilfe zu geben eine etwas bessere Weinwahl zu Treffen, nicht ihn zum "rechten Weg" zu bekehren.

Und genau hier begeht del Monego bereits die erste Todsünde: Er wagt es doch tatsächlich die Tatsache zu akzeptieren, das der Leser seinen Wein im Supermarkt kauft und ihn nicht zu belehren, das es guten Wein "selbstverständlich" nur im Fachhandel gibt. Damit disqualifiziert er sich offensichtlich in den Augen einiger Kommentatoren bereits als ernstzunehmender Weinexperte.

Doch akzeptieren wir für diese Analyse diese infame Prämisse:

Die Tipps die del Monego gibt sind durch die Bank richtig:

  • Nicht von der hübschen Aufmachung täuschen lassen.
  • Im Supermarkt eher jüngere Weine bevorzugen, da die Weine dort nicht zur Lagerung gedacht sind.
  • Staub auf den Flaschen sind im Supermarkt kein gutes, sondern ein schlechtes Zeichen.
  • Erstmal selbst eine Flasche probieren bevor man eine größere Menge kauft.
  • Teuerer bedeutet nicht unbedingt besser
Moment! Was erlauben del Monego? Hat er da tasächlich geschrieben, es gäbe günstigere Weine die besser sind als teurere und dann noch etwa es gäbe "tolle" Weine bereits ab 2 Euro?

Ja hat er! Nehmen wir die beiden Aussagen mal auseinander:

Zum ersten Teil: Jeder der bereits einen Bordeaux mit gutem Namen für 20€ aufwärts aus einem "kleinen Jahrgang" gegen einen ordentlichen BDX-Blend aus Südafrika oder Argentinien für 5-10€ blind verkostet hat, wird zustimmen können, das teurer nicht immer besser bedeutet (Über Burgundische Qualitätskapriolen will ich jetzt erst gar nicht reden).

Zum Zweiten Teil müssen wir est einmal definieren was "toll" bei Weinen bedeutet. Für mich und die meisten anderen Wein-Verrückten bedeutet dies wohl 87 oder 90 Punkte aufwärts, aber (und nun sollten die Kritiker des Artikels aufpassen): Dieser Artikel ist nicht für uns geschrieben!

Für den Otto-Normalverbraucher bedeutet "toller" Wein, ein Wein der zum Essen schmeckt, der nicht nur voll macht, sondern auch sowas wie Aromen mitbringt und der sich von der bisherigen Erlebniswelt des Verbrauchers positiv absetzt. Wir als "Weinkenner" würden bei einem solchen Wein natürlich lediglich von "trinkbar" reden.

Zu den Weinen kann ich nicht viel sagen, da ich lediglich einen (Den Südafrikanischen Sauvingnon von Aldi Süd für 2,99€) kenne. Dieser jedoch ist ein ordentlich gemachter Wein, den ich sicherlich nicht wegschütten würde. Ich habe diesen sogar schon noch studierenden Freunden als Wein für eine Party mit studententypischen Budget empfohlen und durchaus positive Rückmeldung erhalten. Dieses für mich nachvollziehbare Besipiel erfüllt also das mutmaßliche Ziel des Artikels und bestätigt: Del Monego hat seinen Job als Sommelier (!) richtig gemacht: Nämlich dem Kunden auf Basis dessen Erfahrungsstand und pekuniären Vorstellungen zu einem guten Weinerlebnis zu verhelfen. Für einen guten Sommelier muß der Kunde wichtiger sein als die Persönliche "Wein-Ideologie".

Wir als Wein-Fans sollten niemals vergessen, das es eben nicht "Normal" ist hunderte oder gar tausende Weinflaschen im Gegenwert eines Klein- bis Mittelklassewagens im Keller zu horten und 10€ Weine (dies ist für die meisten Verbraucher die Preis-Schallgrenze) als Alltagsweine zu betrachten.

Donnerstag, 16. Juli 2009

eBob Offline in Atlanta

Hier einige Bilder von unserem Besuch in Atlanta, bei dem wir von den dortigen eBob regulars fürstlich empfangen wurden.

Einige Kommentare und Verkostungsnotizen auf Englisch finden sich hier: http://dat.erobertparker.com/bboard/showthread.php?p=2696580
























Dienstag, 22. April 2008

Wine Blogging Wednesday: Old World Riesling

Das englischsprachige Äquivalent zur Weinrallye, der "Wine Blogging Wednesday" hat dieses mal ein sehr interessantes Thema.

Alder Yarrow vom Blog Vinography schrieb als Thema "Old World Riesling" aus. Es geht also sozuzusagen um "uns"!

Ich bin ja mal gespannt was die Kollegen aus Amerika da so zu berichten haben.

Wir werden uns mit unserem im Entstehen begriffenen Podcast und Blog Schwesterprojekt German Wine Cast beteiligen. Schließlich sind am ersten Maiwochenende landauf landab die 2007er Jahrgangspräsentationen bei den Winzern.

Ankündigung Weinrallye 11: Alles so schön Rosé

Niko ist der Gastgeber der nächsten Weinrallye. Das Theme ist "Alles so schön Rosé"

Er schreibt:

"Rosé aus Deutschland, Österreich und Südtirol, gern
auch Rosé-Sekt, passend zum hoffentlich dann in unseren Breiten
angekommenen Frühsommer.

Rosé wird immer noch heftig unterschätzt, dabei
gibt es inzwischen wunderbare Weine dieser Gattung. Eigenständig und
hochklassig, Niko liebt das Zeug auf der Terrasse, gerade aus
Deutschland ist in letzter Zeit viel Schönes gekommen. Mir fallen
spontan Knipser, Becker, Huber oder Wehrheim ein.


Es zählt auch Blanc de noir, Iris darf
selbstverständlich auch Südfrankreich, und wenn jemand unbedingt einen
ganz woanders her reinstellen will, Niko sieht das ganz entspannt. Nur
gut muss er sein!
"

Da sich der Umfang unserer Rosé Sammlung auf genau 4 Flaschen bemisst und diese alle aus Frankreich oder Spanien kommen - also nicht aus dem Gewünschten Zielgebiet - werden wir wohl noch was Passendes suchen müssen.

Bis zum 10.5. ist ja noch Zeit

Montag, 14. April 2008

Weinprobe und Sangria Eimer

Nach dem Italienischen Weinskandal, hat die "Journalistengruppe" Die dreisten Drei eine besonders orginelle optimierung der Wertschöpfungskette im Weingeschäfte aufgedeckt:








Bei Clipfish

Donnerstag, 10. April 2008

Weinrallye # 10 Zweiter Beitrag: Massenwein mit Klasse

Als zweiten Beitrag zur 10. Weinrallye möchten wir einen unserer Alltagsweine vorstellen.

Eigentlich ist es unfair den Wein als "Massenwein" zu bezeichnen. Aber er ist aus der Basislinie des großen südafrikanischen Weinguts Klein Zalze und von daher ist die Bezeichnung sicher auch nicht ganz unberechtigt.



2006 Klein Zalze Chenin Blanc "Bush Vines", Stellenbosh, Südafrika
Hellgelb
Leichte, elegante Nase mit Limette, Saurer Mirabelle und intensiver Birne
Gute Mundfülle mit gut integrierter Säure und Ananas- und Birnenaromen (88)


Was uns an diesem Wein überzeugt, ist die schöne Fruchtigkeit und hohe Qualität eines Weines dieses Preissegment (6€).
Der Wein hat eine gute Trinkigkeit, ist komplex genug um interessant zu sein aber nicht so kompliziert um anstrengend zu werden.

Nach den Spitzenweinen von der Loire in unserem ersten Beitrag, zeigt dieser Wein wie aus Chenin Blanc tolle Alltagsweine auf hohem Niveau werden können.

Weinrallye # 10 Erster Beitrag: Kultwein in Massen

Anfang März rief Christoph von Orginalverkorkt zur 10. Weinrallye mit dem Thema "Chenin Blanc, Weine zwischen Kult und Massenproduktion" auf. Dies freute mich aus mehreren Gründen: Zum einen ist Chenin Blanc im Moment eine der Weißweintrauben die mich am meisten faszinieren und zum anderen war zu diesem Zeitpunkt bereits für in wenigen Tagen ein Probe rund um den Heiligen Gral des Chenin Blanc geplant.

Deswegen wird es von mir auch zwei Beiträge zur Weinrallye geben.

Hier der Erste unter dem Motto: Kultwein in Massen

Coulée de Serrant Vertikale am 14.03. mit Virgine & Nicolas Joly und David Schildknecht


16 Jahrgänge Coulée de Serrant

Wieder einmal hatte Uwe Bende zu einer Probe ins Haus der Harmonie in Bochum geladen. Und wenn Uwe das tut dann verspricht es eine extraordinäre Probe zu werden. 16 Jahrgänge zwischen 1973 und 2006 des Biodynamik Vorzeigeguts Coulée de Serrant hatte er aufgefahren. Und als sei es noch nicht genug eine solche Vertikalen eines der berühmtesten Weißweingüter der Welt zu organisierten, gewann er - mit Hilfe der Wine Advocate Weinkritikers David Schildknechts, der ebenfalls abgereist war - Nicolas Joly selbst und seine Tochter Virgine dafür den Abend mitzugestalten.



16 Jahrgänge Coulée de Serrant

Zu Beginn gab es auf der Terasse, die gleichzeitig als Weinkühlschrank diente, einen weißen Rhone Wein von Ville Jullien, der Aufgrund seiner mangelnden Typizität der AOC Status aberkannt bekam und deswegen als Vin de Table vermarktet wurde.

Nachdem man sich ausführlich begrüßt und kennegelernt und auch die Pressephotographin ein Bild der prominenten Gäste im Kasten hatte, begaben wir uns in die großzügigen Verkostungsräumlichkeiten. Wie aus Bochum gewohnt, gab es einen Tisch zur Verkostung und einen an dem das hervorragende dreigängige Menü gereicht wurde, daß Haus der Harmonie Chefkoch Daniel Birkner gezaubert hatt. Leider habe ich mir dazu keine Notizen gemacht und kann daher nicht im Detail berichten.


Coulée de Serrant von 2006-1994

Nicolas Joly berichtete uns, während wir die ersten Weine verkosteten von seinem Gut. Coulée de Serrant - das übrigens eine Appelation für sich ist - ist seit den 50er Jahren im Besitz seiner Familie. 1979 kehrte er seiner Karriere im Finazsektor den Rücken und übernahm das Weingut. Der ersten Wein der Vertikale von 1973 ist also noch unter den Ägiden seiner Mutter entstanden. In den ersten 2-3 Jahren betrieb er das Gut noch konventionell nach den Ratschlägen der örtlichen Landwirtschaftskammer, bemerkte aber bald, daß dies ihm nicht als der Richtige erschien und machte so ca. 1981 erste Versuche mit dem biodynamischen Weinbau. Damals gab es dazu jedoch fast keine Vorbilder, so das er die steinersche Lehre selbst für den Weinbau adaptieren musste.


Coulée de Serrant von 1993-1981

Ich stehe dem philosophischen Hintergrund der Biodynamik als wissenschaftlich geprägter Mensch ziemlich skeptisch gegnüber aber die Ausführungen Nicolas Jolys bestätigten mich in meiner Vermutung, warum viele Biodynamisch arbeitenden Winzer deswegen - oder vielleicht auch trotzdem - so hervorragende Weine herstellen.

Mir scheint es so, daß in der Praxis weniger dies Philosophie eine Rolle spielt, sondern eher der Wille die Abläufe in der Natur genau zu beobachten und daraus Schlüsse zu ziehen. Ist das nicht die eigentliche Grundlage der Naturwissenschaft?

Daraus Folgt - wie es Nicolas Joly darstellte - die Einstellung "Die Arbeit des Winzers soll den reben in ihrer Entwicklung helfen und sie nicht behindern". Das zweiteres, wenn man den Wein in ein Korsett zwängen will leicht passiert, liegt nahe. Auch andere Ansätze sind sehr gut nachvollziehen: Zum Beispiel ist es naheliegend, das der Jahreslauf, insbesondere Tageslänge und Sonnenstand Pflanzen und damit auch Wein beeinfluß und dies bei der auswahl von Rebsorten an für einen bestimmten Ort berücksichtigt werden muß.

Auch die berühmeten "Kräutertees" zum Beispiel aus Hagebutte, Brennessel oder Seetang, mit denen die Reben gespritzt werden erscheinen sinnvoll. Haben bestimmte Heilkräuter nicht auch Wirkung auf uns Menschen und werden seit jahrtausenden in der Medizin eingesetzt? Daß man jedoch dies Tees vorher "dynamisieren" soll, erscheint mir dann doch eher als Hokuspokus. Aber schaden wird es wohl kaum.


Coulée de Serrant von 1973 sowie ein Coulée de Serrant Molleux von 1995

Aber auch neben der Biodynamik gab es viel zu Berichten: So betonte er ausgesprochen die Wichtigkeit eines gewissen Boytritisbefalls für die Aromenentwicklung von Chenin Blanc.

Auch die Spontangärung ist für ihn essentiell. Der Tempraturverlauf währen der Gärung sollte seiner Meinung nach "wie bei Fieber" stark ansteigend und dann langsam abfallend sein und er empfiehlt auch Winzern, die auf Grund des örtlichen Klimas nicht auf Kühlung verzichten können trotzdem diesen temperaturverlauf zu simulieren. Eine malolaktische Gärung wird von Ihm weder befördert noch verhindert und findet nur in wenig jahren statt.

Auch spricht er sich gegen den Einsatz einheitlicher Klone aus. Diese machen zwar die Arbeit leichter, weil sie gleichmäßig wachsen und reifen, sorgen aber auch durch geringere Diversität für eine geringenere Komplexität der Weine.



Gestellt für die Presse: Uwe Bende, Vigine Joly, Nicolas Joly, David Schildknecht, Daniel Birkner

Doch nun erstmal die Verkostungsnotizen:

Ville Jullien Vine de Table; (deklassieter Cote du Rhone)
dunkles Strohgelb
An der Nase Birnenkompott
Im mund würzig, leicht alkoholisch nach Birne. Erinnert ein bisschen an einen Williams Christ - Eau de Vie (85)


Nicolas Joly erklärt seine wein

1973 Clos de la Coulée de Serrant
Helles Bernstein
Kräuternase mit leicht modrigen Tönen. Birne, Frische Feige, Dörrapfel, Quitte
Am Gaumen Salbei, nussige Aromen, Karambola. Ein wenig Feuchtes Zeitungspapier (Aber kein TCA-ton)
Mitterer Körper (89)

1981 Clos de la Coulée de Serrant
Dunkles Strohgelb
Nasenbild von Birne Quitte und Getrocknetem Apfel aber auch Nelke, und Minz-/Eukalypthustönen
Im Mund nussig, mit Aromen von saurer Mirabelle, Birne und Apfel (89)

1982 Clos de la Coulée de Serrant
An der Nase Birnenkompott, Zwetschge, frische Feige und Rosmarin
Am Gaumen etwas Säuerlich/Salzig, Fisch, saurer Apfel Avocado (86)


Der Rheingauer Winzer Peter Jakob Kühn und David Schildknecht

1988 Clos de la Coulée de Serrant
Dunkles Strohgelb
An der Nase Honigmelone, Kräuter, getrocknete Apfel
Am gaumen spritzige Säure, fruchtige Limmette, Apfel und Nelken
(90)

1989 Clos de la Coulée de Serrant
Dunkles Strohgelb
An der Nase Kandis und Mirabelle
Geschmacklich dominieren Pfirsich und Honigmelone im Hintergrund jedoch auch Salbei und andere Kräuter (92)


Das Hauptgericht ist serviert.

1990 Clos de la Coulée de Serrant
Dunbkles Strohgelb
Leichte Nase. Etwas Buttrig. Getrocknete Feige
Am Gaumen gedörrte Birne und Mirabelle sowie Kräuternoten und Salbei (90)

1993 Clos de la Coulée de Serrant
Dunkles Strohgelb
In der Nase sehr stark Aromen von getrockneter Feige im hintergrund leichter Salbei
Am Gaumen gedörrte Birne, Nelken Salz. Später:Birne Mirabelle Pfirsich
Sehr untypischer aber enorm faszinierender Wein. In der Nase Erinnert er ein Bisschen an einen Pedro Ximenez und der Geschmack an einen Manzanilla (95)



Uwe Bende und Virgine Joly beim öffnen der Flaschen

1994 Clos de la Coulée de Serrant
Helles Strohgelb
An der Nase Birne und Mirabelle und ein leichter Acetonton, den ich jedoch nicht als störend empfand später war auch Ananas zu riechen
Neben gedörrter Birne am Gauen auch Feige und Limette mit einer angenehm lebendigen Säure.
Mir kam der Wein allerdings etwas verschlossen vor. (89)

1996 Clos de la Coulée de Serrant
Deutlich aus der Reihe tanzte dann der 1996er und empfing uns mit Ingwer und unreifer Ananas in der Nase
Am Gaumen dann erdig, trüffelige Töne aber auch Nelke Knoblauch sowie apfelige Aromen und unreife Birne
Ingesamt ein interessanter und komplexer Wein (92)


Nicolas Joly und David Schildknecht

1999 Clos de la Coulée de Serrant
Helles Amber
An der Nase eindeutig TCA und noch ein wenig gedörrte Birne
Im Mund dann völlig Kork dominiert (NR)

2002 Clos de la Coulée de Serrant
Dunkles Strohgelb
Leichte Nase mit Aprikose Birne und Nelke
Am Gaumen gedörrte Äpfel und Birnen (89)



Uwe Bente, David und Felix Warners, Guy Bonnefoit

2003 Clos de la Coulée de Serrant
Nasenbild von Kandis und Physalis, Netzmelonen und Joghurt. Ganz leicht auch Aceton
Am Gaumen Mango, Lychee und Buttermilch
Sehr eigen aber auch sehr Interessant (90)

2004 Clos de la Coulée de Serrant
Dunkles Strohgelb
Leichte Apfelessig- und Acetonnote in der nase aber auch Girne und getrocknete Aprikose.
Zwetschen, Honigmelone und getrocknete Aprikose am Gaumen
Baut im Glas ziemlich ab (89)



Peter Jakob Kühn, Nicolas Joly, David Schildknecht, Michael Quentel

2005 Clos de la Coulée de Serrant
Geht im Glas erst langsam auf
Würzig, Kirsche, Schokolade und Ingwer in der Nase
Am Gaumen Limette, Magustine und Ingwer.
Toller, wohl balancierter und komplexer Wein. (96)

2006 Clos de la Coulée de Serrant
Leichte Aceton-/Apfelessignote in der Nase aber auch Apfel/Apfelwein und Zimt
Am Gaumen Pflaume, Zimt, Ingwer und Lychee (91)


David Schildknecht, Armin Maurer und Uwe Bende scheinen Spaß zu haben

1995 Clos de la Coulée de Serrant Moulleux
Helles Bernstein
Leichte Nase mit Apfel und Birne
Geschmaclich -anders als der Name vermuten läßt - sicht sonderlich Süß. Getrocknete Aprikose, Datteln und Rosinen aber auch unreife Banane aber auch eingelegte Erdbeeren (90)

1947 Vouvray Marc Bredif
Amber
Salzig, meerig, fischiges Nasenbild mit unreifen Aprikosen und geräuchertem Speck
Am Gaumen Kandis, Honig, Aprikosenmarmelade und kandierte Kirschen.
Genußreich, faszinierend und in einem tollen Zustand, besonders wenn man bedenkt, daß der Wein der fast doppelt so alt ist wie ich. (95)


Insgesamt war ich von der Komplexität der Weine begeistert, doch noch mehr faszinierte mich wie sehr die Weine von Jahrgang zu Jahrgang differierten aber trotzdem - von eingen extremen Aussreiser abgesehen - ein gemeinsamen Grundstil behielten. Natürlich ist auch das Alterungspotentzial der Weine beeindruckend.

Weitehin hatte ich auch noch das Vergnügen den Abend neben Guy Bonnefoit zu sitzen. Zum einen ist er eine sehr angenehme Persönlichkeit mit einem enormen Wein- und Kulinarikwissen, zum anderen erstellt er umfassende Aromaprofile von Weinen (Jahrgangsübergreifend) und ermittelt daraus Speiseempfehlungen. Für deutsche Weine hat er seine Ergebnisse im Buch "Bonnefoit Deutschland" herausgegeben das ich hier demnächst besprechen werde.

Natürlich war nach diesen 18 Weinen die Probe noch nicht zuende. Danach schloß sich noch eine "Riesling Bottle Party" an. Über diese werde ich aber zu einem anderen Zeitpunkt berichten.

Weitere Berichte über die Probe finden sich bei Michael Quentel und bei Talk About Wine